Neuigkeiten von Michael Borlik und seinen Büchern

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Neuigkeiten rund um meine Projekte und Bücher.

27.01.2016

Ein Kinderbuch kann doch jeder schreiben

Michael Borlik

"Natürlich", sage ich dann, wenn ich so etwas zu hören bekomme. „Jeder kann ein Kinderbuch schreiben.“ Und es ist ja auch wahr! Worin liegt schon das Problem, ein paar Wörter in die Tastatur zu hämmern? Dass aus den Wörtern dann Sätze werden, sogar eine logisch nachvollziehbare Geschichte, all das mag sein. Die Frage ist nur: Reicht das?

 

Eine Geschichte, die wie eine Dokumentation über „Sandmännchens Abenteuer“ klingt, würde auch meine Katze einschläfern. Was nicht automatisch bedeutet, dass sie zur Gute-Nacht-Geschichte taugt. Die Frage ist also: Was macht eine gute Kindergeschichte aus? Die wichtigste Regel fürs Kinderbuchschreiben vorab: Wer Kinderbücher schreiben will, muss auch Kinderbücher lesen.

 

 

Ist meine Idee originell?

Das ist die wichtigste Frage, die Sie sich stellen sollten, bevor Sie mit der Figuren- und Plotentwicklung beginnen. Versuchen Sie sich nicht an dem x-ten Ableger der “Fünf Freunde”, damit werden Sie bei keinem Verlag eine Chance haben. Aber was ist überhaupt originell? Originell bedeutet, etwas Bekanntes in neuer Form zu präsentieren: ein Dieb, der einbricht, aber nichts stiehlt. Eine Prinzessin, die verzaubert wird und alles daran setzt, nicht gerettet zu werden. Solche Ansätze werfen sofort unzählige Fragen auf. Was immer ein gutes Zeichen ist!

 

 

Für welche Altersgruppe schreibe ich?

Wollen Sie für Leseanfänger schreiben? Oder soll es doch lieber für begeisterte Leseratten sein? Für Jungen oder Mädchen oder beide? Für welches Alter? Es gibt Bücher für Kleinkinder, für Kinder ab sechs, acht und zehn Jahren. Über all das sollten Sie sich im Klaren sein, bevor Sie mit dem Schreiben beginnen. Denn je nachdem, für welches Lesealter Sie schreiben wollen, hat das Auswirkungen auf Sprache, Länge der Sätze, Umfang des Manuskriptes – und natürlich auf das Thema.

 

Generell lässt sich sagen, dass Fremdwörter nichts in Kinderbüchern zu suchen haben. Zudem habe ich die Erfahrung gemacht, dass es LektorInnen gibt, die bereits das Wort „Riesenhummer“ als zu schwierig für Leseanfänger empfinden. Andere vertreten hingegen den Standpunkt: Kinder dürfen nicht unterfordert werden! Sie sehen, jede/r LektorIn stellt eigene Ansprüche, und es gibt kein Patentrezept für den perfekten Kinderroman. Es gibt allenfalls „Richtlinien“, die sich von Verlag zu Verlag unterscheiden können.

 

Bücher für Leseanfänger enthalten oft eine Sammlung von Kurzgeschichten zu einem bestimmten Thema (Pferde, Krimi, Freundschaft etc.). Solche Geschichten umfassen zwischen 2.000 und 2.400 Zeichen (inklusive Leerzeichen). In der Regel haben Verlage entsprechende Konzepte für die Reihen, in denen solche Lesebände erscheinen. Bevor Sie also mit der Arbeit an einem solchen Band beginnen, sollten Sie zunächst bei den Verlagen anfragen, welche Themen überhaupt gesucht werden (und ob man nicht nur mit bereits bekannten HausautorInnen zusammenarbeitet).

 

Natürlich gibt es auch Einzelromane für Leseanfänger. Sie liegen durchschnittlich bei etwa 25 bis 30 Normseiten und behandeln ebenfalls Themen wie Schule, Abenteuer, Ritter, Gespenster usw. Bücher für Kinder ab acht Jahren sind meist nicht länger als 50 Normseiten. Wenn Sie Bücher für Zehnjährige schreiben, ist die Seitenzahl nach oben hin offen. Ein 500-seitiges Werk sollte es aber nicht gerade werden.

 

Haben Sie eine Idee und sind sich unsicher darüber, für welches Lesealter sie geeignet ist, gehen Sie am besten in die nächste Buchhandlung. Oder Sie besuchen die Webseiten der Verlage. So können Sie sich leicht einen Überblick über altersgerechte Themen verschaffen.

 

 

Gibt es Tabus?

Auch hier spielt wieder das Alter Ihrer Zielgruppe eine Rolle. Ein Mord in einem Jugendkrimi ist bereits gang und gäbe, in einem Kinderkrimi hat er dagegen in der Regel nichts zu suchen. Ebenso wenig wie diskriminierende oder gewaltverherrlichende Schilderungen.

 

Es kommt aber auch immer darauf an, wie man an ein Thema herangeht. In Ihrem Buch können Sie durchaus Problemthemen wie Gewalt, Missbrauch, Scheidung etc. behandeln, wobei es dann in Ihrer Geschichte darum gehen sollte, aufzuklären, Verständnis zu wecken und Hilfestellungen zu geben. Für manche Verlage sind solche schwierigen Themen jedoch grundsätzlich tabu.

 

 

Die Entwicklung der Figuren

Wenn Sie Figuren entwickeln, bedenken Sie immer, dass es die ungewöhnlichen und ausgefallenen Charaktere sind, die uns begeistern. Und das gilt für Kinder ebenso wie für Erwachsene. Zum Beispiel Pippi Langstrumpf: Sie ist stark wie Herkules, wohnt allein in einer riesigen Villa und hat einen Seeräuber als Vater. Welches Kind findet so etwas nicht toll? Pippi Langstrumpf ist eine Figur, die fasziniert, weil sie genau so ist, wie alle Kinder sein möchten. Mutig, frech, abenteuerlustig. Sie macht, was sie will, und niemand verbietet es ihr.

 

Was einen Charakter spannend und interessant macht, ist aber auch seine Entwicklung. Eine Figur, die am Ende eines Buches noch genau so ist, wie am Anfang, ist meist langweilig (sofern es nicht um einen Seriencharakter geht, der “lange halten” muss). Die Figur muss die Leser überraschen können. Um es einmal überspitzt zu formulieren: Von einem Kind, das sich nicht in den Keller wagt, weil es Angst vor Monstern hat, erwarten die Leser am Ende der Geschichte, dass es zum Monsterjäger wird.

 

So verhält es sich beispielsweise auch bei Harry Potter. Ein Junge, der bei Onkel und Tante lebt und ständig von ihnen schikaniert wird, in einem Wandschrank haust und tieftraurig ist, wird am Ende seines Abenteuers zum gefeierten Helden, der sich einem Gegner mutig entgegenstellt, der hundertmal schlimmer ist als Onkel und Tante.

 

 

Die Entwicklung des Plots

Die Handlung Ihrer Geschichte sollte sich aus der Hauptfigur heraus entwickeln. Wenn Sie eine verzauberte Prinzessin haben, die nicht entzaubert werden will, gehen Sie genau von diesem Ansatz aus. Schreiben Sie alle Fragen auf, die Ihnen zu der Situation der Prinzessin einfallen: Von wem wurde sie verzaubert – und warum? Weshalb möchte sie nicht entzaubert werden? Was würde sie alles dafür tun, um zu bleiben, wie sie ist? Gibt es jemanden, der sie retten möchte – und warum? Wie entscheidet sich die Prinzessin am Ende? Und, und, und …

 

Die Antworten auf diese Fragen stellen den Rahmen für das Handeln Ihrer Hauptfigur dar. Wenn Sie sich nun an die Ausarbeitung des Plots machen, müssen Sie dabei das Alter der von Ihnen gewählten Zielgruppe ständig im Auge behalten. Bei den Handlungssträngen sollten Sie darauf achten, dass es nicht zu viele werden. Geschichten für Leseanfänger haben in der Regel nur einen einzigen. Mit steigendem Lesealter und und wachsender Lesefähigkeit der Kinder können es dann auch mal zwei oder drei sein.

 

Sobald die Handlung steht, sollten Sie sie in Kapitel unterteilen. Entwerfen Sie dabei jedes Kapitel wie eine Kurzgeschichte. Es muss etwas Spannendes und für die Handlung Wichtiges darin passieren. Lassen Sie ein Kapitel möglichst niemals ruhig ausklingen, sondern an einer spannenden Stelle oder mit einer unbeantworteten Frage enden. Beispiel: „Tine grinste. Endlich hatte sie Herrn Luchs’ supergeheime Geheimschachtel gefunden. Was da wohl drin war? Mit zittrigen Fingern öffnete sie den Deckel.“ (Wer würde jetzt nicht wissen wollen, was sich in der Schachtel verbirgt?)

 

 

Das Schreiben

Nachdem Sie für sich eine Zielgruppe gefunden haben und Plot und Charaktere entwickelt sind, geht es mit dem Schreiben los. Auch dazu will ich Ihnen ein paar Anregungen geben.

 

Wie reden Kinder miteinander? (Dialoge)

Kinder reden nicht in verschachtelten Sätzen (Bandwurmsätzen), die sich über drei Zeilen ziehen. Treffen Sie klare, kurze Aussagen, und vermeiden Sie Dialoge, die mit „ich glaube“, „ich denke“, „ich finde“ anfangen. So reden Kinder einfach nicht. Kinder sind sehr direkt. Beispiele: „Ich hab keine Lust!“, „Ich hasse Mathe!“, „Puh, der Rosenkohl stinkt schlimmer als Papas Socken!“, „Was ist mit deinen Haaren? Du siehst ja aus wie Omas Pudel!“.

 

Beschreibungen von Gebäuden und Örtlichkeiten

Knappe, interessante Schilderungen sind wichtig. Bedenken Sie, dass man seiner Umgebung nur dann Aufmerksamkeit schenkt, wenn etwas die Neugier weckt. Versuchen Sie Gebäude und Landschaften durch Kinderaugen zu sehen. Wenn Sie etwas beschreiben, ziehen Sie nur Vergleiche, die Kinder kennen. Beispiele: „Es war das komischste Haus, das Tine je gesehen hatte. Es sah aus wie ein zitronengelber Würfel.“, „Die Wiese war so braun und vertrocknet wie Tante Nellys Nudelauflauf.“

 

"Kindersprache"

Am Ende möchte ich noch mit dem mehr oder weniger verbreiteten Irrglauben aufräumen, Kinderbücher müssten in „Kindersprache“ geschrieben sein. Das ist etwas, was Sie unbedingt vermeiden sollten. Auch wenn Kinder noch keinen so umfangreichen Wortschatz wie Erwachsene haben und gerne das Wort „tun“ benutzen oder in unvollständigen Sätzen reden, sollte Ihre Geschichte das nicht widerspiegeln. Beim Lesen geht es zwar in erster Linie darum, zu unterhalten, aber es schadet nicht, wenn die Kinder auch etwas dabei lernen. Nämlich den Umgang mit Sprache: Sie erfahren neue Wörter, ihre Bedeutung und wie man sie einsetzt.

 

Wenn Sie sich unsicher sind, wie sie etwas schreiben sollen, stellen Sie sich einfach vor, Sie würden es einem Kind erzählen. Schütten Sie sich meinetwegen einen Kaffee oder Tee auf, setzen Sie sich in Ihren Lieblingssessel, und beginnen Sie laut zu erzählen ... Seien Sie Ihr eigener Zuhörer. Und? Klingt es spannend, verständlich, wollen Sie mehr hören? Dann sind Sie auf dem richtigen Weg!

 

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25.01.2016

Buchtrailer zu "Das Mädchen, das nicht zaubern konnte"

Der Tailer zum neuen E-Book "Das Mädchen, das nicht zaubern konnte" ist online: 

 

Inhalt des Buches: Durch eine Intrige kommt Amys Vater ins Gefängnis. Aber Amy gibt nicht auf und kämpft für seine Freiheit. Bei ihren Nachforschungen stößt sie auf eine Verschwörung gegen den zukünftigen Herrscher. Dieselben Magier, die schon Amys Vater ins Gefängnis gebracht haben, machen nun Jagd auf Amy und ihren besten Freund Finn. Die einzige Hoffnung der beiden: ein tausend Jahre alter Fluch ...

 

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21.01.2016

Neuer Internetauftritt für Borlik.de

Neuer Webauftritt für Borlik.deTataaaaa – meine neue Website ist online. Die wichtigsten Inhalte sind bereits eingestellt. Schaut euch einfach mal um und schmökert in den Leseproben oder schaut euch meinen neusten Buchtrailer an.

Später wird es auch noch Hörproben geben, in denen ich aus meinen Büchern vorlese. Also immer mal wieder vorbeischauen. Aber schon jetzt könnt ihr: 

Viel Spaß auf meiner neuen Website!

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Hier gibt's was zum Schmökern! Wenn Du immer schon mal in eine meiner Geschichten oder in eines meiner Bücher reinlesen wolltest, hast Du hier die Chance dazu.

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»Hörproben«

Ich habe einige meiner Leseproben und Kurzgeschichten selbst vertont. Es handelt sich um Kinder- und Jugendbücher, die Du auch als E-Book kaufen kannst. Also einfach mal reinhören und genießen!

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Michael Borlik - Auszeichnungen

„Phantasie ist wichtiger als Wissen,
denn Wissen ist begrenzt.“
Albert Einstein

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